Klassiker und Exoten der Klassik
Zum Kennenlernen und Wiederentdecken

Saison 2026/27
Short Ride in a Fast Machine
Ein „hochmotorisierter“ Klangkörper ist auf jeden Fall Voraussetzung für dieses Stück: Vierfachbesetzte Bläser, das volle Streicheraufgebot, Synthesizer und jede Menge Schlaginstrumente werden für John Adams’ Short Ride in a Fast Machine benötigt. Der vierminütige Höllentrip wird vom unerbittlichen Rhythmus des Woodblocks vorangetrieben, die Tempovorschrift „delirando“ (fieberhaft, im Wahn) gibt vom ersten Schlag an grünes Licht für die musikalische Irrsinnsfahrt. „Wissen Sie, wie es ist, wenn einen jemand einlädt, in einem tollen Sportwagen zu fahren, und man sich wünscht, man hätte abgelehnt?“, antwortete Adams später lakonisch auf die Frage nach seiner Inspirationsquelle… Musikalische Traumaverarbeitung vom Feinsten also. Für das Konzertrepertoire ist diese 1986 uraufgeführte „Fanfare für Orchester“ zweifelsohne eine Bereicherung – und für den Komponisten bis heute Quelle großer Anerkennung!
Sunday, 24. January 2027 | 8pm | Elbphilharmonie, Großer SaalLondon Symphony OrchestraJohn Adams | Víkingur Ólafsson
€ 170,00 | 146,00 | 128,00 | 97,00 |33,00+ feeAbo F2 discover now
Violinkonzert
Als Komponist des weltberühmten Adagio for Strings ist Samuel Barber bekannt. Aber als Komponist eines Violinkonzerts? Wohl weniger. Dabei stellt Barber besonders in diesem Werk sein sehr glückliches Händchen für eingängige und emotional unmittelbar ansprechende Musik unter Beweis. Besonders die ersten beiden Sätze bieten der Solovioline viel Raum für schwelgerische Melodien und intensive Dialoge mit Klarinette, Oboe, Flöte, Horn und Klavier. Der letzte Satz allerdings ist technisch derart anspruchsvoll, dass der Geiger, für den das Konzert geschrieben wurde, ihn als „unspielbar“ einstufte – und die Uraufführung ablehnte. Barber wiederum verzichtete lieber auf die Hälfte des Honorars, als das Werk noch einmal anzupassen.
Dass sein Violinkonzert heute zu den beliebtesten Werken der Gattung zählt, gibt seiner damaligen Entscheidung recht. Und dass es zwar hochvirtuos, aber eben nicht „unspielbar“ ist, davon können Sie sich bei uns mit eigenen Ohren überzeugen.
Wednesday, 02. September 2026 | 8pm | Elbphilharmonie, Großer SaalPittsburgh Symphony OrchestraManfred Honeck | Augustin Hadelich
€ 170,00 | 146,00 | 128,00 | 97,00 |33,00+ feeAbo F2 discover now
Klavierkonzert Nr. 4
Beethoven der Dramatische? Der Wütende? Der Geniale? Es ist wohl vor allem eine Fähigkeit, die ihn zu einem der größten Komponisten macht: Die Kunst, immer wieder aufs Neue zu überraschen. Beethoven ist an Originalität kaum zu überbieten – sein viertes Klavierkonzert zum Beispiel verzaubert mit einem außergewöhnlichen Einstieg, den das Klavier ganz allein, ganz zart in den Raum stellen darf. Daraus entwickelt sich ein feinsinniger Dialog, in dem Orchester und Soloinstrument absolut auf Augenhöhe agieren. Eine virtuose Solistenshow sieht anders aus. Die Dramatik des zweiten Satzes ließ manche ein geheimes Programm vermuten: Diente hier der Orpheus-Mythos als Inspirationsquelle? Vielleicht. Vielleicht ist es aber auch einfach nur eines der schönsten und originellsten Klavierkonzerte, das ein so kreativer Geist wie Beethoven sich einfallen lassen konnte.
Monday, 07. December 2026 | 8pm | Elbphilharmonie, Großer SaalLondon Philharmonic OrchestraEdward Gardner | Alice Sara Ott
€ 145,00 | 123,00 | 105,00 | 79,00 |29,00+ feeAbo B discover now
Tuesday, 08. June 2027 | 8pm | Elbphilharmonie, Großer SaalGewandhausorchesterAndris Nelsons | Lang Lang
€ 235,00 | 198,00 | 172,00 | 128,00 |37,00+ fee
Sinfonie Nr. 5
Ta-ta-ta-taaaa!! Der Anfang von Beethovens „Fünfter“ ist wohl das bekannteste Motiv der gesamten klassischen Musik. „So pocht das Schicksal an die Pforte“, soll der Komponist seinem Biografen Anton Schindler anvertraut haben. Und folgerichtig stilisierte man die Sinfonie im 19. Jahrhundert zum persönlichen Bekenntnis des Wiener Meisters, der darin sein Ringen mit den Widrigkeiten des Lebens hochdramatisch in Töne gegossen habe.
Als wahrscheinlicher gilt heute allerdings, dass Beethoven das kurze Motiv aus der Hymne du Panthéon seines Kollegen Luigi Cherubini entliehen hat: Dort besingen die „Wächter des Friedens“ in einem zum Verwechseln ähnlichen Rhythmus ihre Entschlossenheit, notfalls bis zum Tod für die Republik zu kämpfen. Die Aussage würde durchaus zu Beethoven passen, der bekanntermaßen stark mit den Idealen der Französischen Revolution sympathisierte. Doch ob die Musik der c-Moll-Sinfonie nun einem außermusikalischen Gedanken folgt oder nicht: Fraglos behauptet sie bis heute ihren Platz als eines der ganz großen Werke der Musikgeschichte.
Wednesday, 30. September 2026 | 8pm | Elbphilharmonie, Großer SaalGstaad Festival OrchestraDaniel Hope | Jaap van Zweden
€ 118,00 | 99,00 | 86,00 | 65,00 | 27,00 + fee
Monday, 28. June 2027 | 8pm | Elbphilharmonie, Großer SaalBeethoven: EgmontBeethoven Orchester Bonn | Dirk Kaftan
€102,00| 94,00 | 78,00 | 64,00 | 26,00 + fee
Rhapsody in Blue
Ein tiefer Triller der Klarinette, ein berückendes Glissando nach oben, Orchestereinsatz – und schon sind wir mittendrin in diesem Werk, das Musikgeschichte schrieb, weil es als eines der ersten Jazz-Elemente in die Klassik einfließen ließ. George Gershwins Rhapsody in Blue ist heute regelmäßig im Konzert zu hören – und wäre doch beinahe nicht geschrieben worden. Denn als Paul Whiteman seinen Kollegen Gershwin um einen Beitrag zu einem von ihm organisierten Konzert bat, sagte der ab: keine Zeit. Whiteman setzte sich kurzerhand über diesen Einwand hinweg: Wenig später erfuhr Gershwin aus der Zeitung, dass er bereits an einer Komposition für das Konzert arbeiten würde. Zu unserem Glück nahm er es sportlich und schuf innerhalb eines Monats das Meisterwerk, das ihn über Nacht berühmt machen sollte.
Wednesday, 10. February 2027 | 8pm | Elbphilharmonie, Großer SaalLucas & Arthur JussenPiano recital
€ 78,00 | 66,00 | 56,00 | 41,00 | 24,00 + fee
Peer Gynt
Morgenstimmung? Na klar, mit Querflöte! Zu Gast beim Bergkönig? Aber bitte nur in Begleitung von Fagott und gezupften Saiten! Edvard Grieg hat mit seinem Peer Gynt ikonische Melodien geschaffen, die in Filmen und Werbung, in Rock- und Popadaptionen ein Eigenleben entwickelt haben. Beinahe könnte man darüber vergessen, dass sie ursprünglich als Schauspielmusik zu Henrik Ibsens gleichnamigem „dramatischem Gedicht“ geschrieben wurden. Der norwegische Komponist trug selbst entscheidend zu dieser Entwicklung bei, indem er 1888 acht Instrumentalsätze aus seinem Peer Gynt zu zwei Orchestersuiten zusammenstellte und vom Gewandhausorchester uraufführen ließ. Sein Vertrauen, dass der auf norwegischen Märchen basierende Bühnenstoff mit einem egoistischen Antihelden und einer komplizierten Handlung voller Irrungen und Wirrungen einem internationalen Publikum gefallen könnte, war nicht allzu groß. Sein Glaube an die Kraft seiner Komposition zum Glück aber schon!
Monday, 15. February 2027 | 8pm | Elbphilharmonie, Großer SaalBergen Filharmoniske OrkesterTabita Berglund | Alexander Malofeev | Ragnhild Hemsing
€ 102,00 | 94,00 | 78,00 | 64,00 |26,00+ feeAbo F2 discover now
Sinfonie Nr. 5
„Meine 5. Sinfonie ist ein verfluchtes Werk. Niemand kapiert sie“, notierte Gustav Mahler frustriert nach einer Aufführung in Hamburg 1905. Dass sie heute zu seinen beliebtesten und auch berühmtesten Werken zählt – nicht zuletzt durch den symbolträchtigen Einsatz des Adagiettos in Luchino Viscontis Verfilmung von Tod in Venedig –, hätte er sich vermutlich niemals träumen lassen. Dabei hat sie wirklich alles zu bieten, was man sich in einer großen Sinfonie wünscht: Klangfülle, Leidenschaft und starke Kontraste. Von allen Orchestermusiker:innen wird höchste Virtuosität in jeder einzelnen Stimme verlangt – nicht nur von der ersten Trompete, die die Sinfonie mit einer Schicksalsfanfare eröffnen darf: halb Militärmarsch, halb Abgesang. Alles bleibt zweideutig.
Sunday, 18. October 2026 | 8pm | Elbphilharmonie, Großer SaalNew York PhilharmonicGustavo Dudamel
€ 235,00 | 198,00 | 172,00 | 128,00 |37,00+ feeAbo B discover now
Le sacre du printemps
Protestgeschrei, Ohrfeigen, Duellforderungen: Man kann ohne Übertreibung sagen, dass die Pariser Uraufführung von Igor Strawinskys Le sacre du printemps ein handfester Skandal war. Doch es ist nicht der Skandal allein, aufgrund dessen Strawinskys Ballett in die Musikgeschichte einging. Nein, an diesem 29. Mai 1913 wurde die Vorstellung der Menschen davon, wie Musik zu klingen und wovon sie zu handeln hatte, schwungvoll und nachhaltig umgekrempelt.
War es bis dahin die mehr oder weniger unausgesprochene Regel gewesen, dass Musik in poetischem Ton entweder von sich selbst oder aber von erbaulichen Dingen sprechen sollte, ging es im Sacre ans Eingemachte: Leben und Tod, untrennbar miteinander verbunden in einem Menschenopfer, das als Fruchtbarkeitsritual die Wiederkehr des Frühlings garantieren soll. Diesen radikal neuen Inhalt setzte Strawinsky mit so wilder Schönheit in Töne, dass den unvorbereiteten Zeitgenoss:innen Hören und Sehen vergangen sein dürfte.
Rhythmen, Tonarten und Motive überlagern sich, die Klangmöglichkeiten des Orchesters werden bis an ihre Grenzen ausgeschöpft. Die Gesamtwirkung ist so ungeheuerlich und so bezwingend, dass es bis heute kaum möglich ist, sich ihr zu entziehen. Und auch zu Strawinskys Lebzeiten ließ die Anerkennung nicht lange auf sich warten: Nur ein Jahr nach der skandalumwitterten Uraufführung erlebte Le sacre du printemps im Konzert den immensen Erfolg, der es bis heute zu einem der Schlüsselwerke der frühen Moderne macht.
Monday, 15. March 2027 | 8pm | Elbphilharmonie, Großer SaalBoston Symphony OrchestraAndris Nelsons | Lang Lang
€ 265,00 | 228,00 | 199,00 |139,00|42,00+ fee